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Randschaften

Das Projekt Randschaften umkreist anhand der Randzone zwischen Deutschland und Tschechien das Thema Grenze in Form eines visuellen Essays. Als Essenz dieses mehrere Monate umfassenden Projekts entstand ein 400-seitiges Buch mit Zeichnungen von Julia Pietschmann, Fotografien von Sebastian Jehl und Texten von Felix Steilen und Christoph David Piorkowski. In der konzeptuellen Gestaltung des Buches finden sich die Gedanken zur Grenze wieder: Anschneiden der Bilder, das Blättern des Buches von zwei Seiten als »Wendebuch« mit japanischer Klebebindung und einem abgesetzten Textteil in der Mitte. Die verschiedenen Autorenpositionen nähern sich aus politischer, philosophischer und historischer, vor allem aber visueller Sicht der Grenzthematik an und versuchen dem transnationalen Niemandsland ein Gesicht zu geben: Verlassene Zollstationen, zugewucherter Grenzstreifen, billige Tankstellen, Zigaretten, Casino, Crystal Meth und Prostitution – wilde Naturlandschaften, Skigebiete und Nationalparks. Grenzübergreifende Verständigung und Schleierfahndung. Nach einer fast fünfzigjährigen Isolation der Region im militärisches Spannungsgebiet zwischen Ost und West, der Umsiedlung und Vertreibung ihrer Bewohner und dem unaufhaltsamen wirtschaftlichen Verfall der ansässigen Industrien, ist das Gebiet immer noch durch seine tief verwurzelten kulturellen und traditionellen Ursprünge geprägt, die insbesondere nach der Grenzöffnung wieder stärker zu Tage treten.

Jahr: 2017
Verlag: Eigenpublikation
Medium: Buch, 292 S., Hardcover, Japanische Bindung, 210×270mm
2018 Shortlist Förderpreis Schönste Deutsche Bücher,
04/2017 Ausstellung im Direktorenhaus Berlin